Was ist eine Skoliose?

Die Skoliose ist eine Seitverbiegung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper, dadurch kommt es zu einer sichtbaren Veränderung des Oberkörpers. Es entsteht eine sogenannte "S-Form". 

Formen der Skoliose:

Die häufigste Form der Skoliose ist die "Idiopathische", deren Ursache unbekannt ist. Daneben gibt es unter anderen neurologische oder Säuglingsskoliosen. Mädchen sind häufiger betroffen als Buben. Von einer Skoliose spricht man ab 20 Grad seitliche Verbiegung, nachgewiesen im Röntgenbild. Skoliosen sind gut therapierbar aber nicht heilbar.  Je früher die Skoliose erkannt wird, desto effektiver kann entgegen gewirkt werden.

Weitere Diagnosen, die mit dem Schroth-Konzept behandelt werden:

- Kyphosen bzw Hyperkyphosen

- Scheuermann

- Bechterew

- Haltungsstörung und Haltungsschwäche

Physiotherapie bei Skoliose:

Der Physiotherapeut erstellt zunächst einen umfassenden physiotherapeutischen Befund, um die Therapie individuell anpassen zu können.

In den folgenden Therapieeinheiten wird gemeinsam ein entsprechendes Übungsprogramm erarbeitet und angeleitet.  Ebenso wichtig ist es, das Patientenumfeld mit einzubinden:

- Gestaltung des Arbeitsplatzes
- Arbeitshaltung in der Schule und zu Hause
- Tragen der Schultasche
- Sitzplatz in der Schule
- Sportliche Aktivitäten

Gerade bei jüngeren Patienten müssen jedenfalls die Eltern in das Therapiegeschehen mit einbezogen werden. Die Eigenverantwortung der Betroffenen ist aber auf die Dauer unerlässlich.

Was erwartet mich in der Physiotherapie?

Das Ziel der Physiotherapie ist immer, je nach Befund an der Korrektur zu arbeiten. Aufwärmen, Kräftigen und Mobilisieren gehören genauso dazu wie das Umsetzen der erlernten Korrektur im Alltag sowie im Sport. Manchmal müssen auch Verspannungen gelöst werden, manchmal sind "spezielle Methoden" hilfreich um in der Korrektur weiter zu kommen. So sind manchmal Kieferbehandlungen, Manualtherapie Techniken oder Atemtherapie sehr nützlich. 

  

Darf ich mit Skoliose Sport betreiben?

Bewegung ist prinzipiell sehr wichtig bei Skoliose.
Positive Effekte dabei sind: Kräftigung der Muskulatur, Training des Herz-Kreislaufsystemes, Verbesserung der Lungenfunktion, Koordination und Gleichgewicht wird verbessert. Es sollte auf individuelle Beratung durch geschultes Fachpersonal geachtet werden.

Ideale Sportarten bewirken eine symmetrische Kräftigung der Rumpfmuskulatur sowie eine verbesserte Körperhaltung.
So werden folgende Sportarten empfohlen: 
- Pilates
- Yoga
- Aerobic
- spiraldynamische Aspekte
- Therapeutisches Klettern
- Schwimmen
- Langlauf
- Reiten, wenn die Haltung auf dem Pferd muskulär stabilisiert werden kann Ballett bei Berücksichtigung der aktiven Aufrichtung der             Wirbelsäule bedingt empfehlenswert
- Joggen: Laufstil optimieren
- Fitnesstraining: solide Beherrschung der Stabilisation der Wirbelsäule erforderlich, Vorsicht beim Krafttraining während des Wachstums - Leistungssport soll nur nach genauer Analyse und unter physiotherapeutischer Begleitung erfolgen.   
Nach OPs: Abhängig von der gewählten OP-Methode ist Sport nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erlaubt

Wozu ein Korsett?

Weicht die Wirbelsäule mehr als 20 Grad von der Norm ab, reicht eine rein pyhsiotherapeutische Reha nicht aus. Ergänzend erfolgt eine Korsettversorgung, angeordnet durch den Arzt und angefertigt durch den Orthopädietechniker.

Bei Kindern vor und während dem Wachstumsschub kann das Korsett als wachstumslenkende Maßnahme für eine Krümmungsaufrichtung genutzt werden. Aber auch nach dem Wachstumsabschluss kann das Korsett das Fortschreiten der Skoliose aufhalten und ist in Kombination mit der Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die tägliche Tragezeit des Korsetts wird vom Arzt festgelegt. Während sportlicher Aktivität muss kein Korsett getragen werden.
Für die Patienten ist die Akzeptanz zunächst schwierig und eine psychisch belastend. Es braucht viel Zeit und Vertrauen in den Prozess der Korsettbehandlung.